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Analyse

Ziel und Arbeitsgrundlage zur Formulierung von ganzheitlichen Innovations-, Optimierungs- und Rationalisierungsmodellen bestehen prinzipiell darin, sämtliche Möglichkeiten der Erhöhung des Prozesswirkungsgrades anwendungsorientiert zu erarbeiten und dabei die gesamtbetrieblichen Spezifikationen im Rahmen des Umwelt- und Arbeitsschutzes, der betrieblichen Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit sowie der Qualitätssicherung zu berücksichtigen. Dieser ganzheitliche Ansatz dient neben der deutlichen Senkung der Prozessverluste und Kosten, bzw. Kostenkompensation für Maßnahmen von Neuinvestitionen und Qualitätssteigerungen und auch der Ermittlung von Schwachstellen in den Prozessabläufen und damit von Einsparpotentialen.

Die Steigerung der Prozesswirkungsgrade ist keineswegs auf den Bereich der Lackapplikation zu beschränken; nachhaltige Problemlösungen unter den Gesichtspunkten Umweltschutz und Kostenreduzierung erfordern ebenso einen ganzheitlichen Ansatz:

Erhöhung der Erst-i.O.-Rate (=fehlerfreier Erstdurchlauf)

In nahezu allen Betrieben stellt sich im Laufe analytischer Diskussionen der Betriebsabläufe immer wieder heraus, dass teilweise erheblicher Aufwand durch Nachlackiervorgänge erforderlich werden. Viele Randbedingungen des Lackierprozesses sind zu beachten, vornehmlich die Durchführung und Kontrolle gründlicher Vorbehandlungen der jeweiligen Substrate, um eine Vielzahl von Oberflächenstörungen- und Fehler der nachfolgenden Beschichtungen zu vermeiden. Weitere vermeidbare Fehler sind Kocher, Läufer, Nadelstiche auf Grund eines nicht optimierten Prozessablaufs und immer wieder Schmutzeinschlüsse durch falsche Luftführung und insgesamt mangelnde Sauberkeit. Die Verbesserungsvorschläge gehen auch auf diese Gesichtspunkte ein. Falls Nacharbeiten erforderlich werden, so sind diese durch geeignete Maßnahmen, wie z.B. bessere Poliertechniken oder spot-repair, gegenüber einer häufig durchgeführten Neulackierung zu minimieren. Diese Möglichkeiten werden zu selten ausgeschöpft.

Beschichtungsaufbau

Die Verringerung der Anzahl von Lackschichten durch Einsatz optimierter Lacksysteme führt zu erheblichen Einspareffekten in vielen Kostenbereichen, z.B. Materialeinkauf, Entsorgung, Wasser- und Energieverbrauch. Andererseits werden die Ausbringmengen in Folge des schnelleren Betriebsablaufs deutlich erhöht, was u.U. zur Umsatzsteigerung und Verbesserung der Wirtschaftlichkeit führt.

In die gleiche Richtung zielt eine Reduzierung der Schichtdicken der Beschichtung sowie deren gleichmäßigere Verteilung auf dem Werkstück. Darüber hinaus bedeutet in der Regel ein geringerer Lackverbrauch auch geringere VOC-Emissionen.

Prozess-Überwachung
Online-Schichtprüfung
Schicht-Prüfung am Ende des Lackierprozesses


Konstante Qualität zu sichern oder ein frühzeitiges Prüfergebnis zu erhalten, tragen wesentlich zu einem umweltschonenden Prozess bei. Oft ist es ein organisatorisches oder Führungs-Problem, dass jemand die Zeit hat, sich der Prozess-Optimierung zu widmen. Natürlich muss man auch über das betriebliche Personal verfügen, das die Zusammenhänge des Lackierprozesses kennt und versteht. Die neue Ausbildungsordnung.
Die quantitative Aufnahme und Analyse der Stoffströme im ganzheitlichen Lackierprozess sind von grundlegender Bedeutung für alle weiteren theoretischen Betrachtungen, Konzepte und Optimierungen und bedürfen einer sehr sorgfältigen und präzisen Behandlung.

Musterbeispiel
Der Betrieb ist als KMU (Klein- und mittelständisches Unternehmen) ein Lohnlackierunternehmen. Wie in dieser Branche üblich, sind die Aufträge sehr vielfältig, selbst weltweit werden Aufträge angenommen. Etwa die Hälfte des Umsatzes werden durch die Lackierung von Aluminiumleisten für die Automobilindustrie bestritten.
Ein weiteres wichtiges Produkt sind Staubsauger-Gehäuse. Hierfür steht eine neue Spindellackierstraße zur Verfügung. Andere zu beschichtende Produkte waren bzw. sind Blenden für den Autoaußenbereich, Fahrradteile, Feuerzeuge, etc. ; Produkte mit bis zu etwa 60 cm Abmessungen können in einem etwas älteren Spindelautomaten serienlackiert werden. Zur Beschichtung von sonstigen Kleinteilen (10% des Umsatzes) steht eine Handlackierkabine mit Nassauswaschung zur Verfügung.
Die Aluminiumleisten, chromatiert angeliefert, werden in einer Trockenkabine mit ESTA grundiert (4500 bis 5000 Teile/ d). Die Grundierung wird anschließend bei 170°C etwa 20 min. eingebrannt und danach geschliffen. Decklack und Klarlack werden in separaten Handspritzständen mit Nassauswaschung appliziert.

Die Aufnahme der Eingangsstoffströme (Input) und deren Kosten werden einzelhaft in einer Berechnungsmatrix erfasst und haben in unserem Musterbeispiel ergeben, dass der Betrieb mit einem

Lösemittelverbrauch > 5 t/a

unter die Anforderungen der 31. BImSchV (Deutsche Lösemittelverordnung) fällt:

Mengen- und Kostengerüst / Grafiken (Musterbetrieb)


Die Lösemittelbilanz ist erforderlich, um zu prüfen, ob die

· Schwellenwerte der Verordnung überschritten werden
· Grenzwerte für die diffusen Emissionen und
· Grenzwerte für die Gesamtemissionen eingehalten werden
· Anforderungen an einen Reduzierungsplan erfüllt werden

mindestens 1 x pro Jahr von einem Sachkundigen (nach Anhang V) aufzustellen

in einem Bericht zu erstellen, drei Jahre lang aufbewahren und der Behörde auf Verlangen vorzulegen.

Lösemittelbilanz nach der 31. BImSchV (Musterbetrieb)


.....und wo stehen Sie gegenüber den Anforderungen der 31. BImSchV?

Eigenberechnung der betrieblichen Schwellenwerte für die 31. BImSchV / Grafiken


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