Leitfadennavigation
Holz
Kunststoff
Metall
Holz
Kunststoff
Kunststoff / Analyse
Kunststoff / Bestandsaufnahme
Kunststoff / Lackierprozesse
Kunststoff / Praxisbeispiele
Kunststoff / Optimierung
Metall
Analyse
Bestandsaufnahme
Lackierprozesse
Praxisbeispiele
Optimierung
Online-Leitfaden

Praxisbeispiele

Praxisbeispiel 1

Praxisbeispiel 1Der kunststoffbeschichtende Betrieb K1 ist ein Lohnlackierunternehmen mit 45 Beschäftigten, der sowohl Einzelteile fertigt als auch in Großserie beschichtet. Wie in dieser Branche üblich, sind die Aufträge sehr vielfältig, selbst weltweit werden Aufträge angenommen. Die Kernkompetenz des Betriebes besteht in der Ausführung der Beschichtung von Kunststoff- und Metallbauteilen. Die Vorbehandlung (z. B. Schleifen) der Bauteile erfolgt zum größten Teil bei einem externen Subunternehmer. Die zu beschichtenden Produkte werden in die zwei Produktsparten Automobil (bis 2001) und Haushalt eingeteilt. Im Bereich Automobil werden Produkte der KFZ-Zulieferindustrie wie Alu-Zierleisten, Radkappen sowie Außenspiegel und noch kleinere Teile grundiert und lackiert.

Im Bereich Haushalt werden zum größten Teil Staubsaugergehäuse aus dem gut zu lackierenden Kunststoff ABS, aber auch Bartschneider und andere kleine Produkte beschichtet. Der Schwerpunkt der Produktion liegt zur Zeit in der Beschichtung von Bauteilen aus Kunststoff. So wurden im Jahr 2002 auch Motorradhelme aus glasfaserverstärktem Material grundiert und lackiert.

IST - Zustand
Für die Staubsaugerbeschichtung steht eine neue Spindellackierstraße zur Verfügung. Weitere zu beschichtende Produkte waren bzw. sind Blenden für den Autoaußenbereich, Fahrradteile, Feuerzeuge, usw.; Produkte mit bis zu etwa 60 cm Abmessungen können in einem etwas älteren Spindelautomaten serienlackiert werden. Zur Beschichtung von sonstigen Kleinteilen stehen Handlackierkabinen mit Naßauswaschung zur Verfügung. Ein Flächenlackierautomat mit Trockenabsaugung wird für die schwarz matt-Beschichtung von Autospiegeln eingesetzt.
Zur Beschichtung der Metall- und Kunststoffteile werden sowohl Lösemittellacke als auch Hydrolacke eingesetzt. Die meisten Systeme sind 2K-PU-Systeme. Es kommen aber auch 1K-Systeme auf Epoxidharzbasis zum Einsatz. Ein großer Teil der Staubsaugergehäuse wird mit einem sogenannten Softklarlack beschichtet. Softlacke erzeugen eine "weiche" Oberfläche. Fehlerhafte Stellen im ausgehärteten Lack können nicht nachgearbeítet werden. Jede Oberflächenstörung führt zu Ausschuß. Als Verdünnung und Reinigungslösemittel werden Aceton, Isopropanol sowie Gemische aus Toluol, Ethylacetat und Isobutanol verwendet.
Der Lösemittelverbrauch beträgt jährlich etwa 43.000 kg, davon etwa 8.000 kg zur Reinigung.

Lackierkonzept
Im Rahmen des Projektes wurde ein Lackierkonzept entwickelt, bei dem etwa 20% der Lackkosten eingespart und die Lösemittelemissionen erheblich gesenkt werden können:
  • Einführung der nebelarmen HVLP - Spritztechnik (Erhöhung des AWG auf 40 % realistisch, Reduzierung von Lack- und Lösemittelverbräuchen um 15 % Punkte) an Handspritz- und Automatikanlagen
  • Einsatz von Pulverlack für Aluminium-Leisten
  • Umstellung auf wässrige Lacksysteme bei der Kunststoffbeschichtung
  • Lackschlammentwässerung
  • Destillationsgerät für Reinigungslösemittel

Realisierung
Bereits in der Projektlaufzeit wird die komplette Applikationstechnik auf HVLP umgestellt, was zu Einsparungen an Lackkosten um 20 % führt. Für die Anpassung der Lacksysteme an die HVLP-Technik musste der Lackhersteller gewechselt werden, der in Kooperation mit dem Pistolenhersteller das Problem lösen konnte. Die lösemittelhaltigen Lacksysteme werden zum großen Teil durch wasserbasierende Lacksysteme ersetzt. Zur Reduzierung des gestiegenen Wasseranteils im Lackschlamm wurde eine Zentrifuge angeschafft, der Einspareffekt beträt 50% der Sondermüll-Entsorgungskosten. Der Einsatz von Pistolenreinigungsgeräten ist als nächster Schritt zur Reduzierung des Reinigungslösemittelverbrauchs geplant.

= nach oben =