Leitfadennavigation
Holz
Kunststoff
Metall
Holz
Kunststoff
Metall
Metall / Analyse
Metall / Bestandsaufnahme
Metall / Lackierprozesse
Metall / Praxisbeispiele
Metall / Optimierung
Analyse
Bestandsaufnahme
Lackierprozesse
Praxisbeispiele
Optimierung
Online-Leitfaden

Analyse

Aus einer stark gegliederten Checkliste werden bei der Bestandsaufnahme sämtliche Betriebsbereiche hinsichtlich Technik, Ökologie, Ökonomie, Arbeitsschutz und Psychologie erfasst. Zusätzlich werden die erforderlichen Rahmenbedingungen zusammengestellt, wie Qualitätsanforderungen an die jeweiligen Beschichtungsaufgaben, Teilearten- und mengen, verfügbarer Raum für Anlagen, behördliche Anforderungen und Wirtschaftlichkeit. Schwerpunkt bildet die Erfassung der relevanten Daten des Produktionsprozesses hinsichtlich Lösemittelverbrauch, Abfallaufkommen, Energie- und Ressourcenverbrauch. Weiterhin erfolgen durch Mitarbeiter des Instituts für Luftreinhaltung der Bregau-Institute Emissionsmessungen an Abgaskaminen der Applikationsstände und /oder Trockenanlagen zur Ermittlung der Lösemittelemissionen über den Summenparameter Gesamtkohlenstoff während des normalen Betriebsvorganges.

Die aufgenommenen Daten werden mehrfach kontrolliert, gegebenenfalls bereinigt und in Datenbanken zur entsprechenden Auswertung transformiert. Die Ergebnisse werden in Form von Übersichtstabellen der jährlich hochgerechneten Mengengerüste an Lack- und Lösemittelverbrauchn, Emissionsmassenströme und -konzentrationen sowie eine Gegenüberstellung der betrieblichen Ist-Situation zu den Anforderungen der 31. BImSchV mit den geltenden Grenz- und Schwellenwerte für Emissionen und Lösemittel dargestellt.

Musterbeispiel
In einem Betrieb mit 100 bis 120 Mitarbeitern werden Landmaschinen und Stahlschweißkonstruktionen, wie Hubtische und z.B. Fasshandlingsysteme gefertigt.

Verarbeitet wird Stahl, selten auch verzinkter Stahl. Eingekauft werden nicht gefettete Bleche, vor der Lackierung erfolgt lediglich ein Abputzen mit einem Lappen und Verdünnung. Die Hubtischteile werden in einer Durchlaufstrahlanlage (für Abmessungen von 60 x 40cm) vorbehandelt; die Scheren werden gestrahlt angeliefert.

Lackiert werden Einzelteile im Tauchverfahren (im blauen Farbton), transportiert durch Hängeförderer, manuell geregelte Durchlaufzeit. Es stehen zwei Becken für die Grundierung (ein Farbton beige, 12,5 m3, Trocknung erfolgt 30-60 min. bei 22°C) und ein Becken für den Decklack (blau, 7 m3, Trocknung über Nacht bei 22°C) zur Verfügung. Entstehende Läufer werden in Kauf genommen. Es werden nur Lösemittellacke eingesetzt. Die Trocknung erfolgt hängend in der selben Halle, eine Frischluftzufuhr besteht nicht, lediglich eine geringe Luftabsaugung an den Tauchbecken (hohe Emissionen in der Halle).

Im Lackierspritzraum wird die abgesaugte Luft über versetzt angeordnete Bürsten geleitet, so dass größere Partikel trocken abgeschieden werden. Diese Bürsten werden ausgewechselt. Eingesetzt werden 1K-Lacke, für Teile für den Außenbereich auch 2K-Lacke, gespritzt wird mit Becherpistole Airless-ESTA. Die Decklackierung (2-4 Hauptfarbtöne, bis zu 90 weitere) erfolgt Nass-in-Nass nach der Grundierung (ein Farbton). Lackiert werden hier Teile bzw. Elemente für die stationären Hubtische.

Die Tauchbecken werden einmal im Jahr gereinigt (ca. 450 kg Lackschlamm). Die Spritzkabine wird zur Reinigung ausgefegt und entsorgt. Die Bürsten der Trockenabscheidung werden 1-2 mal jährlich ausgewechselt und entsorgt.

Die Aufnahme der Eingangsstoffströme (Input) und deren Kosten werden einzelhaft in einer Berechnungsmatrix erfasst und haben in unserem Musterbeispiel ergeben, dass der Betrieb mit einem

Lösemittelverbrauch > 5 t/a

unter die Anforderungen der 31. BImSchV (Deutsche Lösemittelverordnung) fällt:

Mengen- und Kostengerüst / Grafiken (Musterbetrieb)


Die Lösemittelbilanz ist erforderlich, um zu prüfen, ob die

· Schwellenwerte der Verordnung überschritten werden
· Grenzwerte für die diffusen Emissionen und
· Grenzwerte für die Gesamtemissionen eingehalten werden
· Anforderungen an einen Reduzierungsplan erfüllt werden

mindestens 1 x pro Jahr von einem Sachkundigen (nach Anhang V) aufzustellen

in einem Bericht zu erstellen, drei Jahre lang aufbewahren und der Behörde auf Verlangen vorzulegen.

Lösemittelbilanz nach der 31. BImSchV (Musterbetrieb)


.....und wo stehen Sie gegenüber den Anforderungen der 31. BImSchV?

Eigenberechnung der betrieblichen Schwellenwerte für die 31. BImSchV / Grafiken


= nach oben =